DATA.echoes

Die neue Bildstrecke von Adam Sevens

Der erste Eindruck ist bunt. Eine Vielfalt von Ansichten, deren Zusammenhang sich nicht sofort erschließt: Muster, Strukturen, Ausschnitte, und fotorealistische Abbildungen, die sich mal scharf fokussiert mal etwas verschwommen zeigen.

Eine Vorliebe für Muster und etwas schräge Einblicke. Wer Adam Sevens Werk kennt, wird Parallelen [deja vues] zu seinen bisherigen Werken finden: Da sind die verhüllten plastikverkleideten Landschaften, die schwarzumrandeten, den Blick fokussierenden Porträts, und die abstrakten an Fraktale erinnernden Formen der ersten Jahre, die auch Details größerer Architekturen, wie er sie mehrfach fotografiert hat, vermuten lassen. Von scharf bis verschwimmend. Wo ist die Verbindung zu den Abbildungen in diesem Band?

Der Mensch sucht nach Verbindung zwischen den Fotografien. Wo ist das System? Auf den ersten Blick gibt es hier keine klar ablesbare Geschichte, weder in der Wahl der Motive noch der fotografischen Mittel. Und doch drängt sich in der Gesamtschau etwas auf, eine Verdichtung, die keine Geschichte erzählt, aber Ahnungen hervorruft. Die Wiederkehr von Halbem, Fragmentarischem schafft eine innere Unruhe. Der Kopf versucht zu ergänzen, was das Auge sieht. Selbst wenn das Bild vollständig ist, wirkt es verloren: Die Tristesse eines Motels, das auch ein Wohnzimmer sein kann, das sich jemand in der Nachahmung der Perfektion eines Katalogs gestaltet hat – klar erkennbar der Stil vergangener Zeiten; Gräser erobern eine glatte Oberfläche; Die Gewehrpatrone ist rostig, und doch bleibt sie in ihrer Perfektion erschreckend brutal. Eine Suche beginnt. Welche Geschichten stehen hinter diesen Objekten? Vielleicht liegt hier die Kraft dieser Bilder. Fragmente und Spuren, die auffordern, die Geschichte zu suchen, den eigenen Assoziationen, auch den unbequemen, verstörenden, nachzuspüren. 

Die abstrakten Motive sind näher am titelgebenden Thema DATA.echoes. Sie zeigen Strukturen und Muster mit verschiedenen Unschärfen. Daten sind gespeicherte, vielleicht vergangene Realität, verortbar in Zeit und Raum. Mit und ohne Fehler sind es eingefrorene Momente, die als Nachhall eines Augenblicks dastehen. Aber was ist das Echo eines Nachhalls?

Die Bilder und ihre Fehler bringen etwas in Schwingung und lassen kaum greifbare Beziehungen entstehen, die aus den sichtbaren Bruchstücken einen Bezug herstellen, der für jede Betrachterin subjektiv ist. Wie ein Forscher der Stadtgeschichte es einmal formulierte: Geschichte ist voll von Echos, aber sie wiederholt sich nicht.

Manuel Lutz, Raumplaner und Stadtforscher

Jahr: 2025
Copyright: © Adam Sevens // sevens[+]maltry

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